Vorwort "Fettleber"

Warum etwas zur Fettleber schreiben, es geht hier doch um Ernährung und nicht um Alkoholismus...

Es erstaunt mich doch immer wieder, dass viele dieses Problem nicht kennen. Auf einen "offensichtlich" Dicken kann man quasi zeigen, aber es gibt scheinbar Dünne, die man zu den "Dicken" zählen sollte. Früher kannte man eine Fettleber bei Alkoholikern, eine pädiatrische NAFLD - also eine nichtalkoholische Fettlebererkranung in jungen Jahren -  war in der Literatur praktisch nicht existent. 

Viele trinken Energydrinks bzw. Softdrinks in absoluter Regelmäßigkeit...tagtäglich...dazu unsere veränderten Ernährungsgewohnheiten, die Arbeitsbedingungen, die auch nicht immer die günstigsten sind usw..

Das führt dazu das äußerlich schlanke Menschen innerlich gesehen quasi als Dicke behandelt werden sollten aufgrund der NAFLD. Diese führt, wie Fettleibigkeit (Adipositas) zu diversen "metabolischen Problemen" - aka Stoffwechselerkrankungen.

Die gute Nachricht hierbei ist, dass das anfangs und vor Allem in jungen Jahren doch mit einer einfachen Ernährungsintervention in den Griff zu bekommen is, so das die NAFLD quasi "wegschrumpft".

 

NAFLD (nichtalkoholische Fettlebererkrankung)

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung, kurz NAFLD, ist eine Form der Fettleber (Steatosis hepatis), die nicht durch einen erhöhten Alkoholkonsum bedingt ist.
Global, aber auch in Deutschland beträgt die Prävalenz der Fettlebererkrankungen zwischen 20-30% der erwachsenen Bevölkerung, hierbei hat die Prävalenz (der NAFLD) vor Allem bei Männern zugenommen.

 

Es besteht eine positive Korrelation zwischen NAFLD und verschiedenen metabolischen Parametern (Bauchumfang, Body-Mass-Index, Triglyzeride).

 

Die NAFLD kann als Manifestation des metabolischen Syndroms in der Leber angesehen werden. Entsprechend ist die nichtalkoholische Fettlebererkrankung  assoziiert mit Adipositas, T2DM, arterieller Hypertonie und Dyslipidämie.

 

Adipositas ist ein gemeinsamer Risikofaktor für NAFLD und Typ‑2‑Diabetes, wobei sich NAFLD und T2DM gegenseitig begünstigen.

 

Laut Daten des US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) stieg der Anteil einer NAFLD an den chronischen Lebererkrankungen zwischen 1988 und 2008 von 47 % auf 75 %. Ursächlich hierfür dürfte die Zunahme der metabolischen Risikofaktoren, auch im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung, sein.

 

Eine „westliche Ernährungsweise“ bei Jugendlichen ist prospektiv mit einem erhöhten Risiko der späteren Entwicklung einer Fettleber assoziiert. Hier spielt insbesondere der Konsum von sogenannten Softdrinks eine relevante Rolle.
Das männliche Geschlecht ist durch ungünstigere metabolische Charakteristika (niedrigeres Adiponektin) und eine ausgeprägte viszerale Adipositas charakterisiert.
Eine Ernährung, die körperliches Übergewicht, Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörungen fördert, begünstig die Entstehung einer NAFLD.

Im Rahmen des Übergewichts tritt bei NAFLD zusammen mit der Insulinresistenz eine Entzündungsreaktion des peripheren Fettgewebes auf, die sich von der NAFLD bei Patienten ohne Übergewicht unterscheidet.

 

Metaanalysen zeigen eine Assoziation eines 25(OH)-Vitamin D‑Mangels mit Übergewicht, dem Vorliegen einer Fettleber und dem Fibrosegrad auf, wobei unklar ist, ob es sich um einen kausalen Faktor oder eine Folgeerscheinung handelt.

 

Die Therapiemöglichkeiten bei NAFLD und NASH sind derzeit vor allem auf die Intervention bei Ernährung und Lebensstil beschränkt.

In mehreren Fallkontrollstudien konnte festgestellt werden, dass eine regelmäßige moderate (z. B. Spazierengehen) bis starke körperliche Aktivität (Fahrradfahren, Schwimmen) sich günstig auf die NAFLD auswirkt.
Es ist dabei auf eine regelmäßige (2 – 3-mal in der Woche) und eine mindestens 30-minütige körperliche Betätigung zu achten.

 

Insbesondere ein hoher Fruktosekonsum spielt für die Entstehung der viszeralen Adipositas, Insulinresistenz und NASH eine zunehmende Bedeutung.
In einer Fallkontrollstudie von Abid et al. zeigte sich zudem ein Zusammenhang zwischen übermäßigem Softdrinkkonsum (> 500 ml/d) und der Entstehung der NAFLD.

 

Kaffeekonsum scheint das Risiko für die Progression einer NAFLD mit Entstehung von Entzündung und Fibrose zu senken. Es wurde z. B. gezeigt, dass sich ca. 2 – 3 Tassen Kaffee pro Tag protektiv auf die Entstehung der Steatose auswirken.

Definition des Zusammenhangs zwischen NAFLD und metabolischem Syndrom gemäß  Leitlinie

Das metabolische Syndrom besteht aus einem Cluster von Komponenten, die Hinweise für das metabolische und kardiovaskuläre Gesundheitsrisiko geben.

Übergewicht bzw. Adipositas gelten als die wichtigsten Promotoren des metabolischen Syndroms.

 

NAFLD wird als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms angesehen, kann aber auch unabhängig davon auftreten.

 

Quellen: