Probiotika vs. Präbiotika

Probiotika sind Zubereitungen, die lebende Mikroorganismen enthalten und zu den sog. Functional-Food-Produkten zählen.

                “live microorganisms that, when administered in sufficient amounts, confers a health benefit on the host”
                - Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2002
               

 I.d.R. sind mit Mikroorganismen Milchsäurebakterien (Lactobacillus) und Bifidobakterien gemeint
Die Probiotika sollen diverse positive Effekte besitzen, von denen praktisch keiner mit Studien belegt wurde.

Alle bislang von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) überprüften Aussagen zu Probiotika wurden daher negativ bewertet und sind nicht in der EU-Positivliste mit den erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben enthalten.
Rechtlich gilt sogar der Begriff "Probiotika" als nicht zugelassene gesundheitsbezogene Angabe und darf nach Ansicht des Bundesgerichtshofs auch nicht auf Babynahrung verwendet werden.
Das Wort "probiotisch" haben die Hersteller inzwischen aus ihrem Wortschatz und von ihren Verpackungen gestrichen.
Inzwischen wird mit dem legalem Trick der HealthClaims (der zugesetzten Vitamine) geworben J

Es gibt Indizien, wenn wir es positiv betrachten, dass ein günstiger Einfluß auf die Lactose-Verdauung vorhanden ist, ein günstiger Einfluß auf den Blutdruck, das die Darmpassage wird verbessert wird und akute Durchfallerkrankung bei Kinder sich verkürzen läßt.

Jüngere Studien haben die komplexe Wechselbeziehung zwischen dem Mikrobiom und dem Stoffwechsel von Säugetieren hervorgehoben und gezeigt, dass die Darmflora eine wichtige Rolle spielt, nicht nur bei der Art und Weise, wie wir Energie aus unserer Nahrung gewinnen, sondern auch bei der Art und Weise, wie wir diese Energie speichern - also, ob wir dick oder dünn sind.

Typische Probiotika sind:
Sauerkraut, Joghurt (natur), Buttermilch, Brottrunk, Kefir, Kimchi, Miso (enthält KEIN Vitamin B12),

Es gibt aber auch "Nebenwirkungen" respektive Sicherheitsbedenken bei Menschen mit:
Immunschwäche, Kurzdarm-Syndrom,  Morbus Bechterew, akuter Pankreatitis

Im Jahr 2015 betrug der Wert des globalen Einzelhandelsmarktes für Probiotika 41 Milliarden US-Dollar, einschließlich der Verkäufe von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln, fermentierten Milchprodukten und Joghurt, die allein 75 % des Gesamtverbrauchs ausmachten.

Netter Spiegel-Artikel: Mit Joghurt Millionen scheffeln
Allgemein läßt sich sagen - Finger weg von Actimel, Yakult und Co. - Zuckerbomben, die sicher nicht gesundheitsfördelich sind!

Präbiotika (Prebiotika)

Präbiotika sind typischerweise unverdauliche Ballaststoffe, die den oberen Teil des Magen-Darm-Trakts unverdaut passieren und das Wachstum oder die Aktivität von vorteilhaften Bakterien, die den Dickdarm besiedeln, stimulieren, indem sie als Substrat für sie fungieren.
Dabei kommt es zur Bildung von kurzkettigen Fettsäuren, die sich positiv auf das Darmmilieu auswirken. Nebenbei bringen die Ballaststoffe auch den Darm in Schwung und wirken Verstopfung entgegen.

Typische Präbiotika sind: Inulin, Lactulose, Raffinose, Oligofructose
Der Ballaststoff Inulin ist zum Beispiel in Chicorée, Topinambur, Artischocken, Knoblauch und Zwiebeln enthalten.

Es wird allgemein von einigen positiven Effekten auf die Gesundheit ausgegangen, durch die Bildung von SCFAs (vor allem Propionat und Butyrat) sind sie verdauungsfördend und appetittregulierend, haben möglicherweise Einfluß auf Blutfettwerte (CVD) und einen positiven Einfluß bei entzündlichen Erkrankungen.