Wechseljahre / Klimakterium / Menopause – Was ist Was?

Der Begriff Menopause (ursprüngliche Bedeutung „Aufhören der Monatsblutungen“) wurde durch den Pariser Arzt Charles Pierre Louis de Gardanne eingeführt (1816/1821) und bezeichnet den Zeitpunkt der letzten Menstruation (Monatsblutung), der mindestens 12 Monate keine Blutung mehr folgt und das Ende der Fruchtbarkeit der Frau bedeutet (keine Verhütungsmittel mehr nötig).
Die Menopause kündigt sich durch Unregelmäßigkeiten in der Menstruation an und tritt ungefähr im 51. Lebensjahr auf, mit einer großen Spanne vom 45. Lebensjahr bis zum 60. Lebensjahr.

 

Die Zeit nach diesen zwölf Monaten nennt man Postmenopause oder post-menopausal.

Die hormonelle Übergangsphase, in den Jahren davor und danach nennt man Wechseljahre oder Klimakterium.

 

Das Ausbleiben der Menstruation wird auch als Amenorrhö bezeichnet und ist in der Schwangerschaft, der Stillzeit und den Wechseljahren eine natürliche Erscheinung.

 

Symptome der Wechseljahre

Es gibt sehr unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden leiden, aber grob sind es rund ein Drittel der Frauen, die mit den typischen Beschwerden zu kämpfen haben:

 

                Hitzewallungen („fliegende Hitze“), Schweißausbrüche und Scheidentrockenheit.

 

Da die Hitzewallungen oft nachts auftreten, stören sie den Schlaf und sind eine doppelte Belastung. Wie lange man unter diesen Hitzewallungen zu leiden hat ist unterschiedlich, aber im Schnitt zwischen fünf bis sieben Jahren…

 

Der Estrogenmangel (auch: Östrogen) führt zu einer dünneren und trockeneren Schleimhaut im Vaginalbereich, das wiederum zu Juckreiz, Brennen und möglicherweise Schmerzen beim Sex.
Da sich der pH-Wert verschiebt, werden bakterielle Infektionen begünstigt.

 

Ein weiteres Problem ist die mögliche Gewichtszunahme, da der Kalorienbedarf sinkt.

 

Einige weitere Beschwerden, deren Auftreten aber nicht konsistent ist, sind:
Veränderung der Stimmungslage (depressiver, aggressiver), Harnwegsbeschwerden und sonstige körperliche Beschwerden.

 

Sind die Wechseljahre für alle gleich (schlimm)?

Nicht nur, dass es eine deutliche Variabilität in den Angaben zur reinen Anzahl der betroffenen Frauen gibt, existiert ein anscheinend erheblicher ethnischer und kultureller Zusammenhang.

 

Zwar ist die Datenlage dünn, aber in Kulturen, in denen ältere Frauen hoch geschätzt sind, treten Wechseljahresbeschwerden signifikant seltener auf. Auch sind  chinesischen und asiatischen Frauen seltener von Beschwerden betroffen. Hier gibt es möglicherweise sogar Bezug zur lokalen Ernährung.

 

In unserer vom „Jugendwahn“ durchsetzen Gesellschaft sehen die Frauen diesen Veränderungen mit diffusen Sorgen und Ängsten entgegen, haben Angst Jugend, Fruchtbarkeit und Attraktivität zu verlieren. Interessanterweise sind die Auswirkungen der Wechseljahre auch vom Informationsstand der betroffenen Frau abhängig.

 

Eine sehr schöne Dokumentation mit echt tollen Frauen:

Link auf NDR: Was Sie schon immer über Frauen wissen wollten
(leider sind Mediathek-Videos oft nicht allzu lang verfügbar)

 

Warum passiert das Alles?

Der Follikelvorrat in den Eierstöcken geht zur Neige. Da hiermit die Estrogenbildung sinkt, wird durch die Hypophyse vermehrt FSH (Follikel stimulierenden Hormon) ausgeschüttet um die Follikelreifung und Hormonbildung anzuregen. Da aber der Vorrat zur Neige geht, kommt es unabdingbar zum Estrogenmangel. Da nun aber kein Gelbkörper heranreifen kann, sinkt in der Folge auch der Progesteronspiegel (Progesteron ist der wichtigste Vertreter der Gestagene (Gelbkörperhormone)).

 

Therapiemöglichkeiten

Da die Wechseljahre keine Krankheit sind, ist eine Behandlung nicht zwingend nötig.

Leidet man allerdings stark unter den Wechseljahresbeschwerden gibt es einige Möglichkeiten.

Die Standardtherapie laut Leitlinie ist die Hormonersatztherapie (HRT), bei der verschiedene Präparate zur Verfügung stehen:

  • Östrogenpräparate, Östrogen-Gestagen-Präparate und Tibolon-Präparate.

Leider gibt es hier eine sehr hitzige Diskussion zu den möglichen Risiken:

  • Gebärmutterkrebs, Brustkrebs, Schlaganfall..

Wer sich hier informieren möchte, sollte die offiziellen Quellen bemühen und z.B. mit dem BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) Abschnitt: Pharmakovigilanz starten.

 

Ansonsten muß man hier mit seinem Arzt eine Nutzen-Risiko-Abschätzung vornehmen.

Pflanzliche Wirkstoffe

Die grüne Apotheke bietet hier einiges an Isoflavonen (Phytoöstrogenen), also pflanzlichen Inhaltstoffen (man sagt auch: sekundäre Pflanzenstoffe oder Phytamine), die an Estrogenrezeptoren binden können:

 

  • Soja

Rotkleepräparate sollten nicht länger als drei Monate und Sojapräparate nicht länger als bis zu zehn Monaten eingenommen werden.

 

Gegen Schwitzen kann hoch dosierter Salbei (Salvia officinalis) helfen, gegen allg. Schlafstörungen Baldrian und Hopfen. Hierzu gab es sogar mal einen Test bei Stiftung Warentest, da ich nicht weiß, ob ich einfach Präparate nennen darf, verweise ich hiermit auf den entsprechenden Test.

Es gibt in der TCM noch diverse Kräuter (Dang Gui, Bai Shao) die bei Hitzewallungen gut wirken könnten.

Leider gibt es kaum gute Studien, die eine eindeutige Wirkung belegen. Ich kenne selber Frauen, die mit Phytoöstrogenen eine Weile gut gefahren sind…

 

BfR:

Aufgrund der unzureichenden Datenlage ist für Personen mit einer ehemaligen diagnostizieren östrogen-abhängigen (Krebs-)Erkrankung der Brustdrüse oder der Gebärmutter als Vorgeschichte und für Personen mit einer entsprechenden aktuellen Diagnose die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen nicht zu empfehlen

 

Quellen: